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Deutschland in der Zukunft. Die Küsten sind überschwemmt weite Teile des Landes sind entvölkert und die Natur erobert sich verlassene Ortschaften zurück. Berlin ist nur noch eine Kulisse für Touristen. Regierungssitz ist Frankfurt das mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu einer einzigen Megacity verschmolzen ist. Dort wo es eine Infrastruktur gibt funktioniert sie einwandfrei. Nahezu das gesamte Leben wird von Algorithmen gesteuert. Allen geht es gut - solange sie keine Fragen stellen. Liina Rechercheurin bei einem der letzten nichtstaatlichen Nachrichtenportale wird in die Uckermark ge schickt um eine wie sie glaubt völlig banale Meldung zu überprüfen. Dabei sollte sie eigentlich eine brisante Story übernehmen. Während sie widerwillig ihren Job macht hat ihr Chef einen höchst merkwürdigen Unfall der ihn fast das Leben kostet und eine Kollegin wird ermordet. Beide haben an der Story gearbeitet die Liina versprochen war. Anfangs glaubt sie es ginge darum ein Projekt des Gesundheitsministeriums zu vertuschen aber dann stößt sie auf die schaurige Wahrheit: Jemand der ihr sehr nahesteht hat die Macht über Leben und Tod fast aller Menschen im Land zu entscheiden. Und diese Macht gerät nun außer Kontrolle ...
Bewertungen & Erfahrungen
4,0 von 5,0
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Die Menschen leben in MegaCitys, es gilt die 20-Stunden-Woche, Geldsorgen gibt es nicht, alle haben genug Zeit für Freizeitaktivitäten. Die GesundheitsApp KOS überwacht die Vitalfunktionen und sorgt für schnelle medizinische Hilfe, falls etwas von der Norm abweicht.Klingt paradiesisch. Wenn es nicht diesen Preis gäbe, der für das Rundum-Sorglos-Paket zu zahlen ist (hier kann ich nicht konkret werden, weil: Spoiler).Freiheit ist den meisten Menschen in diesem Zukunftsszenario nicht mehr viel wert, ebenso wenig interessiert es sie, was die Systeme alles von ihnen erfassen und speichern. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich bereits in unserer Gesellschaft beobachten. Mit den persönlichen Daten wird großzügig umgegangen, alles nicht schlimm, wer nichts zu verbergen hat, muss sich nicht verstecken.Es ist das Besondere an diesem Roman, dass er auf so vielen Ebenen zum Nachdenken anregt. Man kann nachvollziehen, wie bequem ein Leben in "Paradise City" sein muss - und dass ein solches Leben für viele Menschen in der Tat eine Option wäre. Keine Existenzängste mehr, keine Krankheiten, keine Unsicherheiten. Zeitweise kommen einem Liina, Olga, Martha und die anderen Systemkritischen vor wie Kämpfer in einer Schlacht, die außer ihnen niemand mehr schlagen will. Die Mehrheit hat sich arrangiert, hängt zufrieden am Infotropf der Regierung. Wer für diese schöne neue Welt den Preis zahlt, bleibt lange im Verborgenen ...Perfektes Lesefutter zur Anregung der eigenen grauen Zellen, wie gesagt, ich kann das Buch nur empfehlen.
Die Autorin weiß, wie man Thriller schreibt: gelungener Spannungsaufbau, Informationen werden häppchenweise vermittelt, informative Rückblenden erhellen Hintergründe, interessante Charaktere agieren in einer realistischen Zukunftsversion. Diese erinnert etwas an das Deutschland von Riekens "Land unter"; die Thematik ähnelt partiell "K.I." aus dem Vorjahr. Offenbar sind diese Themen - Kontrolle durch ein übergriffiges (Gesundheits)system, Endvölkerung Deutschlands, Ausgrenzung von Minderheiten, Überhitzung durch Klimawandel - heute hoch aktuell. Hier liegt die einzige Schwäche des Romans: er ist nicht wirklich so originell, wie er es vor einem Jahr noch gewesen wäre, schade. Aber es ist ein Vergnügen ihn zu lesen, ein Pageturner, der den Leser bis zum überraschenden Ende nicht los lässt. Und die angeschnitten Themen regen zum Nachdenken an.
Deutschland in der Zukunft. Die Küsten sind überschwemmt, weite Teile des Landes sind entvölkert, und die Natur erobert sich verlassene Ortschaften zurück.Ich liebe Dystopien, tauche gerne in das Schreckliche, Fiktive ein – um dann umso dankbarer für die Realität, in der wir leben, zu sein. Ehrlich gesagt fühlt sich 2020 oft wie eine Dystopie an, wie eine furchtbare Version eines Jahres, das ganz anders hätte laufen sollen und können. Perfekt in diese Zeit passt Zoë Becks Buch „Paradise City“.Die Hauptfigur in „Paradise City“ ist Liina Järvinen, halb Finnin und Journalistin. Sie arbeitet in einer der letzten nicht-staatlichen Nachrichtenagenturen und versucht im Verlaufe des Buches zeitgleich gleich zwei Fälle aufzuklären.Das Buch spielt in einer Zukunft, in der es Deutschland, so wie wir es aktuell kennen, nicht mehr gibt. Statt Städten und Großstädten gibt es Megacities. Frankfurt/Main hat Berlin als Hauptstadt abgelöst und in Hessen sind Wetzlar und Gießen zu „Lahnstadt“ verschmolzen.Was mich an der Dystopie unglaublich fasziniert hat, ist die Darstellung einer Zukunft, in der Algorithmen eine noch größere Rolle spielen als heute. Zoë Beck zeigt in ihrem Roman auf, wie eine Gesellschaft in Deutschland aussehen könnte, in der aktuelle Gedankenspiele und Entwicklungen gelebt werden. Im Buch hat jeder ein sogenanntes Smart Case, mit dem Gesundheitsdaten und Aktivitäten überwacht werden. Dies ist an ein Punktesystem geknüpft, das mich stark an den „Citizen Score“ in China erinnert hat, in dem Bürger bewertet und dann belohnt und bestraft werden. In „Paradise City“ bedeutet das: Wer Sport treibt, bekommt eine bessere Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig stützen sich auch Wohnungs- und Arbeitsmarkt auf diese Krankenakten. „Paradise City“ ist eine interessante Dystopie, die in die Zeit passt. Viele der Szenarien bieten Denkanstöße, in was für einer Welt wir leben wollen. Ich bin außerdem immer fasziniert davon, wenn Autoren real Existierendes umbenennen, damit es besser in die Zeit passt. So gibt es im Buch kein „Facebook“ aber ein „Gemeinschaftsnetz“, in dem – ähnlich wie heute – Kinder oft schon gleich nach der Geburt angelegt werden. Dieser Stil hat mich an „NSA“ erinnert.Doch so gut mir die Gestaltung der Welt und der Entwurf der Szenarien gefiel, so sehr war ich mit der Hintergrundgeschichte überfordert. Es war teilweise einfach ein bisschen viel für ein Buch das nur 280 Seiten hat: Neben dem Gesundheitssystem und unabhängigen Medien geht es auch um den Klimawandel. Daher gebe ich 3,5 von 5 Punkten.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 06:23 Uhr.