Wenn wir alle gut wären: Satiren | Das letzte Buch einer der bedeutendsten Autor:innen des 20.Jahrhunderts
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EAN 9783548068930

Wenn wir alle gut wären: Satiren | Das letzte Buch einer der bedeutendsten Autor:innen des 20.Jahrhunderts

Hersteller: Keun, Irmgard  ·  MPN: 5365440
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Satiren | Das letzte Buch einer der bedeutendsten Autor:innen des 20.Jahrhunderts EAN: 9783548068930 Farbverschnitt: Generell werden die Bücher ohne Farbverschnitt geliefert, auch wenn die Abbildungen einen Farbverschnitt zeigen. Erscheinungsjahr: 27.07.2023 Produktform: Kartoniert Autoren: Keun, Irmgard Seitenzahl/Blattzahl: 281 Themenüberschrift: FICTION / Classics Keyword: Briefe; Deutschland; Exil; Gedichte; Humor; Klassiker; Kurzgeschichten; Nachkriegsdeutschland; Satiren; schwarzer Humor Fachschema: Deutsche Belletristik / Roman, Erzählung Fachkategorie: Klassische Belletristik, Klassisc

Bewertungen & Erfahrungen

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StevenStone 16.03.2024 amazon.de
Irmgard Keun, die in der ersten Hälfte der Naziherrschaft in Ostende und Brüssel im Exil war, ging 1940, zwei Jahre nach der Trennung von Joseph Roth, mit falschen Papieren nach Deutschland zurück. Sie tauchte im Haus ihrer Eltern in Köln unter, später in diversen Quartieren bei Freunden im Raum Köln Bonn und München. Nach Kriegsende wäre sie eine nützliche Protokollantin der teils erzwungenen teils vorauseilend gehorsamen Gleichschaltung der deutschen Intellektuellen und weiter des Exils gewesen. Aber der diesbezüglich Bedarf war gering oder ging gegen Null. Die Deutschen hatten genug damit, die eigenen Wunden zu lecken und sie hatten ja genügend. Keun schaffte es, den ein oder anderen Essay oder Kommentar bei deutschen Zeitungen unterzubringen. Mehr auch nicht. Um ehemalige Freunde war es auch still geworden. Sie waren tot oder im Ausland. Im selbstgerechten Deutschland stieß sie auf viele falschen Freunde. Werner Höfer etwa. Sie zog sich mehr und mehr zurück und verfiel völlig dem Alkohol. Der hatte sie so im Griff, dass sie 6 Jahre ! , von 1966 bis 1972 in einer psychiatrischen Landesklinik verbrachte. 1978 hatte sie das Glück durch Jürgen Serkes „Stern“-Serie über die verbannten Dichter wieder bekannt zu werden. Es war der Beginn einer intensiven Beschäftigung, zumindest redaktionell, mit der schambesetzten Zeit. Sie gab großzügig Interviews und kleinere Arbeiten zum Thema heraus. Zu einer literarischen Leistung reichte es nicht mehr. Ihre Angaben waren sehr widersprüchlich und zeugten von der ungebrochenen Lust, zu fabulieren und sich zu inszenieren. Die alte literarischen Qualität erreichten sie nicht. „Wenn wir alle gut wären“ ist eine Zusammenstellung solcher Feuilletonarbeiten und Erinnerungen. Vieles ist leichte Ware und Gebrauchscomedy. Da ist Harald Schmidt manchmal besser. Vieles kreist weiter um das immer dankbare Thema Nummer eins und könnte dem „Kunstseidenen Mädchen“ entstammen. Aber es finden sich auch anrührende, wenn auch nicht immer wahrheitsgetreue Erinnerungen an die Emigration und Briefe etwa an Hermann Kesten oder ihren Geliebten Arnold Strauss. Eine Sammlung, die ohne früheren Ruhm und Talent wohl keine Aufmerksamkeit erregt hätte.
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