Das Buch „Die inneren Traumalandschaften“ von Jochen Peichl, erschien 2007 im Schattauer Verlag. Mit diesem Werk hat der Autor eine große Leistung vollbracht und Maßstäbe gesetzt.In der Zwischenzeit hat der Autor eine Reihe von Arbeiten veröffentlicht, die sein Menschenbild und therapeutisches Verständnis noch präziser erklären.Er nimmt in seinen Werken in vielfacher Weise Bezug auf die Ego-Stäte Theorie und Therapie von John und Helen Watkins und die Hypnotherapie bei posttraumatischen und dissoziativen Störungen, die von Maggie Phillips und Claire Frederick entwickelt wurde.Jeder, der in seiner Arbeit irgendwelche hypnotherapeutischen Techniken einsetzt hat auch von dem Großmeister der Hypnotherapie, Milton Erickson gelernt.Dieser hat aufgrund eigener Erkrankung und Schmerzen zunächst einmal Techniken der Selbsthypnose entwickelt, die er später für seine Patienten adaptierte.Die Menschen mit denen Peichl arbeitet, haben zumeist schmerzliche und verletzende Erfahrungen in der Kindheit und Jugend gemacht. Sie wurden von Elternteilen misshandelt, verraten, missbraucht und vernachlässigt. Zumeist handelt es sich nicht um ein singuläres Ereignis sondern um fortgesetzte Misshandlungen, die sich meist im engsten Familienkreis abspielen. Das Schockierende ist für mich, dass meist viele davon wissen, aber keiner etwas tut, oder vielleicht noch abwiegelt, „naja irgendwie wird sie das schon verdient haben, wenn der Vater sie schlägt“. „Ein Klaps auf den Hintern, hat doch noch niemandem geschadet“. Auch Lehrerinnen, die im Sportunterricht, blaue Flecken und sonstige Verletzungen sehen, werden beschwichtigt und geben sich damit zufrieden.Die Dissoziation, die Abspaltung innerer Anteile hat mit diesen Verletzungserfahrungen zu tun.Ich habe das bisher als Selbstschutz und Überlebensstrategie, um überhaupt weiterleben zu können, verstanden. Die Arbeit mit diesen traumatisierten Menschen, erfordert Geduld, Ausdauer, ein hohes Maß an Empathie und Spürsinn. Sie ist sicherlich in den wenigsten Fällen in der von den Krankenkassen vorgegebenen Zeit für eine Kurzzeittherapie zu leisten. Leider sind die Genehmigungsverfahren aufwendig und nicht jede, die eine Behandlung bräuchte, erhält diese vom Kostenträger auch genehmigt. So dass zu der Auseinandersetzung mit dem Trauma und dem Versuch, wieder zusammenzubringen was sich da innerhalb der Person, verselbständigt hat, auch ein gehöriges Maß an Fürsorge und manchmal auch Frustrationsbereitschaft gesellen muss.Ich hege für Menschen, die sich einer solchen Aufgabe, sowohl als Betroffene als auch als Therapeut stellen, eine große Hochachtung.Jochen Peichl schreibt in der Einleitung, dass dieses Buch im Gegensatz zu anderen, kein Patientenratgeber ist. Die Zielgruppe ist wohl in erster Linie bei Therapeutinnen und Fachärzten zu suchen. Integration, das ist kein einheitliches Verständnis Petzold hat ein mehrbändiges Werk über seine integrative Therapie geschrieben. Peter Fiedler hat eine integrative Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Die Arbeit von Peichl ist etwas Anderes. Das Ziel besteht darin, dass Anteile, die innerhalb einer Person, oft nicht sehr gut zusammen arbeiten, wieder zu Teamplayern zu machen.