"Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich ungern Teil dieser Welt bin. Und zum ersten Mal kam mir der Gedanke, nach meinem eigenen Tod in meinem Spiegelbild zu suchen." (S. 253)Schon das Buchcover ist einladend gestaltet. Das Thema „Tod“ ist eigentlich ein schweres Thema, welches oftmals auch als Tabuthema gilt. Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens von Sebastian Niedlich ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher geworden. Die Kombination aus Humor und Ernsthaftigkeit ist ausgeglichen und die Geschichte regt zum Philosophieren an, ohne gleichzeitig schwere Kost zu sein.Sebastian Niedlich (1975 geboren) ist Autor einiger Graphic Novels sowie diverser Drehbücher. Mit Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens legt er 2013 seinen ersten Roman vor. Außerdem erschienen inzwischen noch zwei weitere Bücher: Und Gott sprach es werde Jonas und Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte.Der Roman beginnt mit einem Prolog und nimmt einen Teil des Endes der Geschichte vorweg. Der Protagonist Martin sitzt auf einer Bank und wartet auf seinen eigenen Tod. Ein mysteriöser Freund gesellt sich zu ihm und sie unterhalten sich.Im folgenden Kapitel wird jener mysteriöse Freund eingeführt. Es handelt sich um den Tod höchstpersönlich, den Martin am Todestag seiner Oma kennenlernt. Natürlich ist es ungewöhnlich, dass ein Mensch den Tod sehen kann, und genau das ist der Punkt, wieso die beiden sich wohl näher kennenlernen wollen. Das Leben geht weiter, der Tod taucht immer wieder in Martins Leben auf und somit kommt es auch zu einigen sehr humorvollen Situationen, in denen der Tod alles andere als erwünscht ist. Martin und der Tod streiten sich oftmals und es kommt immer wieder zu Brüchen in dieser ungewöhnlichen Freundschaft. Martin ist hin und her gerissen, er kann am Tod als Ende eines Lebens nichts Gutes sehen und versucht dem Tod in Person immer wieder ins Handwerk zu pfuschen, was ihm gelegentlich auch gelingt. So kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen ihm und dem Tod. Diese Diskussionen sorgen für den nötigen Tiefgang in der Erzählung. Witz und besagter Tiefgang erschaffen eine runde in sich schlüssige Geschichte über das Leben und den Tod.Es gibt immer wieder Wendungen in der Geschichte und der Leser wird geradezu mitgerissen. Die Erzählung ist detailreich und auch Kleinigkeiten wie ein verlorene gegangener Schreibtischstuhl werden wieder aufgegriffen und zu einem sinnvollen und gerne auch witzigen Ende gebracht. Die Entwicklung des Protagonisten Martins ist auch deutlich erkennbar, so setzt die Erzählung mit ihm als sieben jährigen Jungen ein und endet mit ihm in der Rolle des Vaters und Ehemannes. Von einem in sich gekehrten Kind entwickelt er sich zu einem gerissenen jungen Mann während seiner Schulzeit und später treu sorgenden Vater eines Kindes. Viele kleine Anekdoten aus Martins Leben machen die Geschichte lebhaft und vor allem glaubhaft. Die Jugend und Schulzeit werden detailreich und ausgiebig geschildert, das Leben mit seiner Freundin Anja und seinem Sohn Tobias bleibt hingegen relativ kurz beschrieben, was aber auch das Davonrennen der Zeit und die Kürze eines menschlichen Lebens, bis der Tod ihn ereilt, symbolisiert.Das Ende der Geschichte ist überraschend und dann doch wieder nicht. Die Geschichte steckt voller Wendungen und so ist es dem Leser nicht wirklich möglich, etwas voraus zu ahnen. Kurz und knapp wird das Ende gehalten, man hätte gerne ewig so weiter lesen können. Gerade das Philosophieren über des Leben und den Tod, sowie das Schicksal eines Menschen hat mir sehr gefallen, da es eine gewisse Leichtigkeit inne hatte. So kann man sagen, dass die Geschichte ein offenes geschlossenes Ende hat."Tu, was du nicht lassen kannst, aber irgendwann musst du den Tod als einen Teil des Lebenszyklus ansehen und akzeptieren." (S. 226)Eine klare Leseempfehlung! Wer gerne humorvolle Literatur liest, dabei aber Tiefgang sucht und vielleicht auch hin und wieder über die Thematik „Leben, Tod und Schicksal“ philosophiert, wird dieses Buch zu schätzen wissen.
Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens – ein wundervolles und unterhaltsames Buch für Menschen, die ohne Internet groß geworden sind, für Ärzte und Medizinstudenten, für Urlaub am Strand und für Gedanken über den Tod und das Schicksal.Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen, die das Buch zu einem absolut lesenswerten und wundervollen Buch machen. Vielleicht gerade jetzt in der Weihnachtszeit, in der ich diese Zeilen schreibe, oder die es prädestinieren für alle, die sich gerne Gedanken machen über Schicksal, Leben und Tod. Und damit Sie meine Kritik nicht ganz lesen müssen, nehme ich mein Urteil gleich vorweg: dieses Buch hat die Kraft, mit seinen liebenswürdigen Protagonisten nicht nur das Herz zu erwärmen, sondern gar einen gemütlichen Mantel um den ganzen Brustkorb zu legen und noch eine Mütze aus Fell auf den Kopf zu setzen. Es wärmt die Seele und es vermag aufgrund der Geschichte, vielen Lesern wundervolle Stunden zu schenken. Wie stellt es das also an?Martin, einer der Protagonisten des Buches, lernt im Alter von sieben Jahren den Tod kennen, als seine Großmutter im Krankhaus verstirbt. Das Kennenlernen ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn als einziger Mensch ist Martin in der Lage, den Tod sowohl als reale Person zu sehen, als auch mit ihm zu sprechen. Als Ich-Erzähler führt uns Martin ab diesem Zeitpunkt 27 Jahre lang durch sein Leben. Der Tod sucht während dieser Zeit immer wieder Martins Nähe und erscheint dafür, wie es sich für den Tod gehört, zu allen passenden und vor allem auch unpassenden Momenten aus dem Nichts. Oft möchte man in diesen Situationen laut „Nein! Nicht jetzt!“ rufen, zu anderen Gelegenheiten reist man mit den beiden um die Welt, um den Abend mit ihnen auf einer Düne in Namibia ausklingen zu lassen. Aus für den Leser zunächst nicht erkennbaren Gründen engagiert er sich für eine Freundschaft mit Martin, in deren Verlauf sich viele Gespräche über den Tod, wie wir Menschen ihn kennen, und das Schicksal entspinnen. Die Diskussion der beiden darüber verläuft gleichsam flapsig-leicht wie tiefgründig-philosophisch, so dass für Unterhaltung und gedankliche Anregung gleichermaßen gesorgt wird. Erst im Verlauf der Geschichte erklärt sich, weshalb der Tod immer wieder und vor allem zu den ungünstigsten Momenten auftaucht.Wer, wie der Autor des Buches, in den 1970er Jahren oder früher geboren wurde, findet über diese Beschreibung der Beziehung der Todesgestalt zu Martin hinaus noch eine weitere Ebene, die man besonders lieben wird: eine Beschreibung dessen, wie die Zeit damals einfach so war. Mich haben die Alltagserzählungen des Protagonisten wieder an all die vielen – aus heutiger Sicht schönen - Erlebnisse der jeweiligen Zeit erinnert: als man in der Schule Zettel mit Botschaften herum reichte. Wie es war, sich in einer Gruppe von Mitschülern seinen Platz zu erkämpfen. Wie man mit klopfendem Herzen bei den Eltern der Angebeteten auf dem Festnetz anrief, wenn man sie sprechen wollte, wie es war, Briefe schreiben und tagelang auf Antwort warten zu müssen, wenn man mit einem entfernten Freund oder einer Freundin kommunizieren wollte. An die Unsicherheit der ersten Liebe, an Eifersucht und Jugendsorgen, den Stress eines Medizinstudiums und all diese Dinge. Alleine diese Ebene innerhalb der schön erzählten Geschichte würde das Buch schon lesenswert machen.Aber auch die andere Ebene, die die Frage aufwirft, ob wirklich für jeden Menschen der Todeszeitpunkt und die Todesumstände schon feststehen (müssen), ob man es ändern könnte, wenn man es wüsste oder was man täte, wenn man sein Todesdatum kenne, liefert spannende Fragen, die das Buch in eine schön und flüssig zu lesende Geschichte verpackt.Für mich ist das Buch insofern eine klare Empfehlung: ein schönes Buch für den Winter, aber auch ein tolles Buch für zwischendurch oder die Liege am Strand.Wenn Ihnen diese Rezension weitergeholfen und/oder gefallen hat, klicken Sie bitte auf „Ja“ unten. Danke!
Ein nettes kleines Buch für zwischendurch.Es hat seinen eigenen scharm mit einigen lachern aber leider hatte das Buch auch seine längen.Wer einen hang zum seichten schwarzen Humor hat, macht mit dem Buch nix verkehrt.Die Figuren sind gut beschrieben, die Story ist schlüssig und trotz der ein oder anderen länge, wollte ich wissen wie es weiter geht und es hat Spaß gemacht es zu lesen.