Mit dem Buch „Living Ayurvada“ hat die Autorin Claire Ragozzino uns ihre Schatzkiste geöffnet: eine Kombi von leckeren Ayurveda-Rezepten und Yoga-Übungen nach Jahreszeiten geordnet.Selbsterforschungsübungen, Tipps zur Anwendung der ayurvedischen Weisheit im Tages- und Jahreslauf runden dies schöne Buch ab. Im Buch finde ich diskrete, schöne Fotos, nicht aufdringliche Fotos von der Autorin, was ich in vielen Büchern nervig finde.Das Buch ist für Anfänger de Ayurveda super, aber auch Fortgeschrittene des Ayurveda (in Folge abgekürzt = A.) werden hier interessante Neuigkeiten finden.Das ist die Sorte von Buch, die ich gesucht hatte: einen Allrounder, eine westliche Herangehensweise an Yoga und Ayurveda, die über Ghee und Zungen-schaben hinausgeht. Das positive Lebensgefühl kommt rüber, ohne Selbstdarstellung, wie sie leider in vielen modernen Ayurveda-Büchern zu finden ist.Ich selbst habe zwar keine Ausbildung im A., bin aber recht belesen zum Thema und habe noch eine Menge Neues entdeckt. Mir gefällt beispielsweise, wie Rituale und die Ebbe und Flut der Selbstfürsorge im Zentrum des Buches stehen. Die Autorin zeichnet ein umfassendes Bild dazu, wie die Energie des Menschen sich im Laufe der Jahreszeiten verändert und was wir aktiv tun können, um stark und gesund zu bleiben. Sehr verständlich geschrieben.Man merkt dem Buch an, dass die Autorin eine begnadete Fotografin ist und sehr gut schreiben kann. Ich nehme es gerne in die Hand um darin zu lesen, die Fotos und das Layout sind sehr gelungen.AufbauDas Buch ist mit einem einführenden Infoteil versehen, so wie das üblich ist. Es werden alle Grundlagen des Ayurveda knapp, aber genau genug erläutert: präzise Informationen, aber nicht zu überladen. Das Buch ist auffallend sehr übersichtlich, wodurch der Inhalt besonders schnell verstanden wird. Das hat der Verlag mit viel Liebe zum Detail gestaltet.Die Jahreszeiten, Zyklen- Mond- und Tageskreisläufe werden erklärt, sowie und die Verbindung zwischen Asanas und Ayurveda. Es wird erklärt, wie dies Buch genutzt wird (sehr hilfreich). Besonderen Wert legt die Autorin auf die Mondrituale, die besonders für Frauen wichtig sind.Um herauszufinden, was Sie jeden Tag brauchen, brauchen Sie nur in sich selbst zu gehen. Da können Sie beobachten, was in Ihrem Körper und in Ihrem Geist vor sich geht. Stellen Sie sich die Frage: "was ist heute da?!"Mir gefällt gut, dass im Buch immer wieder auf die geistigen Aspekte des Yoga eingegangen wird. Denn Yoga bedeutet nicht nur, den physischen Körper, sondern auch den Geist zu verstehen. Es ist wichtig, tiefgehend zu begreifen, wie die 5 Elemente des Körper, aber auch die Umwelt gestaltet sind und aktiv von uns durch den Lebenstil, Rituale, Speisen und Übungen verändert werden können.RezepteSie sind nach den Jahreszeiten geordnet, es fängt logischer Weise mit dem Frühling an. Jedes Jahreszeiten-Kapitel ist dann noch einmal unterteilt in die kleineren Kapitel: In der Jahreszeit „ausgeglichen sein“ und „das innere Feuer pflegen“,…... Dann kommen die jeweiligen Asanas mit vielen kleinen Erklärungen und einem Ritual.Erst dann kommen die Rezepte. Die Rezepte gefallen mir gut, einige habe ich nachgekocht und es war alles genau wie im Rezept beschrieben.AsanasDiese sind auch nach den Jahreszeiten geordnet, also immer bei den Rezepten. Die Frühlings-Asanas sind eher anregend, die Sommer-Asanas beruhigend usw.. Die Asanas sind nicht so kompliziert und es ist möglich sich 1 oder 2 auszuwählen.Ich habe das Buch nicht primär wegen der Asanas geholt, da reicht mir eine oder auch zwei pro Jahreszeit, die ich dann korrekt machen will.Ich mache schon lange Körperarbeit.Dabei ist Yoga nur ein Teil davon. Hin und wieder übe ich einige Tage Yoga-Übungen, Atemübungen jedoch täglich.Mich haben eher die Atemübungen (Pranayama) im Verlauf des Jahres an diesem Buch gereizt. Und das erschließt sich mir sofort, wie es die Autorin beschreibt: das Atemübungen je nach Jahreszeit anders geübt werden, also andere Techniken.Als erfahrene Atemtherapeutin bin ich in einer Klinik seit 30 Jahre tätig. Das ist mir ein neuer Aspekt, die Atemtechniken nach der Jahreszeit anders zu praktizieren. Und das macht Spaß. Es hat sich mir sofort eröffnet, dass die Atemübungen auch nach Jahreszeiten geordnet werden können, da ich viel in der Natur bin.Mich haben auch die Rezepte neugierig gemacht.Dosa-Waffeln, Blatterbsen-Mungbohnen-Puffer mit Joghurtsoße war super, Polenta-Teegebäck auch. Für den Herbst passt der warme Zimt-Dattel-Shake und die Kitchari-Burger. Diese habe ich gestern gemacht, auch lecker.Die Rezepte sind durchaus alle gelungen, jeweils mit Foto.Das Buch wirkt auf mich abgerundet und stimmig. Sehr gut gefällt mir übrigens auch das kleine Kapitel: ein erfülltes Jahr mit Anmut erleben.FAZITInspirierendes Ayurveda-Buch mit tollen Rezepte und gut machbaren Übungen, sehr authentisch. Ein gelungenes Buch über das Leben, mit Yoga-Ritualen und Jahreszeiten-Ritualen.Die Jahreszeiten werden sehr präzise im Sinne des Yoga vorgestellt: welche Übungen passend sind, was vermieden werden sollte, was die rechte Nahrung ist, welche Körperhaltungen, welche Atmung passend ist. Ich weiß nicht, woher die Autorin dieses Wissen im Detail zieht, aber es ist umfassend und tief durchdrungen.Die Autorin ist eine wunderbare Neuentdeckung. Das Buch ist mit Liebe zum Detail und einem hervorragendem Layout gestaltet.Kurz: ein Meisterwerk. Ist auch ein wunderbares Geschenk.