Vor einem Buch wie diesem, und vor allem vor dem Autor Clair Davies, habe ich persönlich die allergrößte Hochachtung. Er war Klavierbauer und -Stimmer und das schon 30 Jahre lang. Er hatte natürlich in seinem Beruf, einseitige Belastungen und heute würde man vielleicht sagen, er hatte eine typische Berufskrankheit, die mit seiner Arbeit zusammenhing. Er ging lange zu Ärzten. Die verschrieben ihm Medikamente und Massagen. Die verschrieben ihm Physiotherapie und vertrösteten ihn ein- ums andere Mal. Er dürfe die Hoffnung nicht aufgeben. Er versuchte auch sich selbst zu behandeln, die schmerzhaften Körperteile genauer zu lokalisieren. Er versuchte es mit Eis. Er versuchte es mit Wärme. Er versuchte es mit gymnastischen Übungen. Am Schluss all dieser Bemühungen stellte er fest dass es eine einzige Therapeutin gab, die ihm etwas Linderung verschafft hatte. Diese war aber mittlerweile in einen anderen Bundesstaat verzogen und konnte ihn nicht weiter behandeln. Er hatte aber auf ihrem Tisch ein Lehrbuch gesehen, von Janet Travell und David G.Simons, das "Handbuch der Triggerpunkt Therapie". Das Buch besorgte er sich und war zunächst erschrocken, dass es sehr teuer war.Er begann zu lesen und es brauchte eine Weile, weil er wenig über den menschlichen Körper und insbesondere die Arbeitsweise der Muskeln wusste. Er hatte bestimmte Bereiche die ihn schmerzten. Die Forschungen von Travell und Simons hatten ergeben, dass sich durch einseitige muskuläre Belastungen im Muskelgewebe kleine Verdickungen, Verspannungen bildeten. Diese konnte man manchmal ertasten, manchmal aber auch nicht. Manchmal handelte es sich um einen fühlbaren Bereich, ein schmerzhaftes Areal. Dann gab es aber auch Schmerzpunkte, deren Ursache auf der anderen Körperseite lagen. Die Schmerzen fanden sich auf der Rückseite. Die Punkte durch die sie auslösbar, oder beeinflussbar waren, lagen im Brustbereich.Ich habe das Buch als Schmerzpatient erworben, der eine lange Therapiegeschichte hinter sich hat. Ich bin kein Physiotherapeut und kann daher leider nicht aus therapeutischer Erfahrung über die Arbeit mit Triggerpunkten berichten. Es finden sich in dem Buch eine große Anzahl sorgfältig angefertigter Zeichnungen in denen die Muskelgruppen und die entsprechenden Punkte eingezeichnet sind. So dass es auch dem Laien möglich ist, einzelne Punkte zu finden, wenn er Schmerzen hat.Man kann es kaum glauben, aber 25% der Hausarzt-Patienten kommen mit Schmerzen in die Praxis. Sie sagen: "Herr Dr. , mein Kreuz tut mir weh". Wenn sie eine falsche Bewegung machen, dann können sie nicht einmal mehr eine Einkaufstüte aufheben, oder sich die Hausschuhe anziehen. Deswegen glaube ich dass dieses Buch eine Reihe von Patienten ansprechen wird, die auf der Suche nach Lösungen für ihre Schmerzprobleme sind. Das möglichst ohne die dauerhafte Einnahme von Medikamenten. Es ist durchaus nichts Ungewöhnliches, dass aufmerksame Patienten ihre Ärzte, oder Therapeuten, auf eine neue, vielversprechende Methode aufmerksam machen. Da es heute von den Krankenkassen, erhebliche Einschränkungen gibt, die Kosten für manche notwendigen Behandlungen zu übernehmen, glaube ich dass das Buch auch für Physiotherapeuten interessant sein dürfte, die auf der Suche nach hilfreichen Angeboten sind, die sie ihren schwierigen, d.h. langwierigen Patienten machen können.Wer das Handbuch von Travell und Simons in zwei Bänden erwerben möchte, muss dafür über 450€ anlegen. Das dürfte also für die meisten Betroffenen nicht in Frage kommen. Ich finde es daher umso beachtlicher, dass der G.P. Probst Verlag zwei sorgfältig ausgestattete Bände zur Triggerpunkt-Therapie herausgebracht hat, die auch für den interessierten Laien , erschwinglich sind.Für die Selbstbehandlung, kann man sich gewisse Hilfsgeräte bestellen. Da ich in mancher Hinsicht, auch aus der Erfahrung eigener Fehler, zur Vorsicht neige, würde ich empfehlen, diese Geräte erst nach Schulung durch einen erfahrenen Therapeuten einzusetzen.Dieses Buch wird für mich auf jeden Fall, für die nächsten Monate zu einem Arbeitsbuch im wahrsten Sinne des Wortes werden.
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, auch als Laie kann man sofort "loslegen".Ich habe es mir gekauft, um meine "frozen shoulder" selbst zu behandeln. Eine deutliche Verbesserung meiner Symptome durch die Triggerpunktbehandlung konnte ich nicht feststellen. Trotzdem fand ich es gut, selber etwas tun zu können.