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Mit Staunen und Zittern | Amélie Nothomb | Taschenbuch | Diogenes Taschenbücher | 160 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★4
4 ★1
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
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Redaktion11.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist wirklich faszinierend und fängt die spannende Geschichte von Amélie wunderbar ein. Ich war total begeistert von der Geschichte und den Charaktere!
Redaktion11.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Toll!
Redaktion19.08.2025
testmonster.de · Redaktion
Wir haben das Buch bekommen und die Papierqualität ist solide. Die Schrift ist für uns gut lesbar, auch wenn wir es bei gedimmtem Licht lesen müssen.
Redaktion02.09.2024
testmonster.de · Redaktion
Ich habe das Buch für einen Anlass gekauft und es kam in einem sehr guten Zustand an. Der Einband war intakt und die Seiten sahen sauber aus. Die Verpackung war ordentlich und das Buch war gut verpackt für die Lieferung.
Nothomb schreibt irre (selbst)ironisch und oft lustig, beschreibt aber gleichzeitig Stellung und Probleme der japanischen Frau in all ihren Grausamkeiten. Sie lernt diese im Zuge eines masochistischen einjährigen Praktikums in einer - wohl leider repräsentativen - Tokioter Firma am eigenen Leib kennen, das sie nur durchzieht, weil sie gegen das sadistische japanische System nicht einknicken möchte (ich hätte drauf gesch***en). Die japanische Gesellschaft ist eine zutiefst patriarchale, in der vor allem Frauen in unendlich viele absurde sowie misogyne Schubladen und (Verhaltens-)Vorschriften sowie "Pflichten" gepresst werden. So ist es für eine Frau fast eine Schande, wenn sie mit 30 Jahren noch nicht verheiratet ist (und Kinder hat), oder, was mich extrem schockiert hat, gilt es als verpönt, wenn man ihre Pinkelgeräusche hört.Auch Männer leiden unter diesem hierarchischen System, in dem es überall und immer mehr um einen bizarren Begriff der "Ehre" (und "Schande") geht, denn um Menschlichkeit - beispielsweise sieht man die eigene Familie so gut wie gar nicht mehr bzw. ist man nur mehr zum Schlafen in den eigenen 4 Wänden und das oftmals betrunken. Kinder haben es nur in ihren ersten drei Lebensjahren schön, dann verschlingt sie der japanische Gesellschaftsdrache. So wird Individualität zum Schimpfwort, Kollektiv und Firma stehen über allem, Arbeitslosigkeit gilt als eine der erwähnten "Schanden", Urlaube als Abnormität. Der Japaner lebt, um zu arbeiten und schindet sich dabei zu Tode - das ist nicht einmal metaphorisch gemeint, sondern wörtlich: Japan ist eines der Länder mit der höchsten Selbstmordrate weltweit. Warum existiert dieses System noch?Nothomb schildert, wie erwähnt, ihre(?) Zeit in einer (jener) menschenfeindlichen Firma, in der sie trotz (und wegen!) ihrer perfekten Sprach- sowie Verhaltenskenntnisse auf keinerlei Fürsprache trifft. Im Gegenteil, sie ist mit Mobbing, Bossing sowie antiwestlichem Rassismus konfrontiert, der nicht einmal hinter ihrem Rücken geschieht, sondern vor lauter Respektlosigkeit direkt neben ihr - Nothomb ist für diese chauvinistischen arroganten Deppen Luft (natürlich kommen im Roman auch nette Japaner vor, er bildet ja die Realität ab).Nicht für sehr viel Geld würde ich mich diesem repressiven perversen System ausliefern, schon gar nicht als Frau.Ein unterhaltsames, gleichsam schockierendes Buch.
Ich rezensiere dieses Buch gemeinsam mit "Die japanische Verlobte", denn das sind sozusagen Schwesterbücher.Beide beruhen auf Nothombs autobiografischen Erlebnissen in Japan. Vereinfacht könnte man sagen, in "japanische Verlobte" sei die idyllische, in "Staunen und Zittern" die apokalyptische Seite Japans geschildert. Die ambivalente Sicht der Autorin auf ihr heißgeliebtes Nippon offenbahrt sich aber in beiden Büchern.Neben den faszinierenden, erschreckenden, wunderbaren Einblicken in die japanische Kultur bilden beide Bücher eine Übung in Erlebnisfähighkeit. Die junge Nothomb will erleben, aber es sind nicht die großen Abenteuer, sondern die kleinen Erlebnisse des Alltags, die Sinneseindrücke, ihre große Fähigkeit, aus Einfachem alles herauszuholen durch ihren Assoziationsreichtum und ihre emotionale Offenheit. Ein facettenreiches Innenleben prallt auf eine facettenreiche Kultur, rübergebracht mit dem skurrilen, manchmal fast abseitigen Humor der Protagonistin.Ein weiteres großes Thema der Bücher ist die Würde, bzw. deren Wahrung. Denn fast allen Figuren in diesen beiden Büchern lässt sie ihre Würde, selbst die chrakterlich miesesten (aus europäischer Sicht) Gestalten werden zwar nicht entschuldigt, aber verstanden. Sie bekommen alle immer noch eine Chance - zumal die Autoirn selbst auch nicht immer moralisch einwandfrei handelt.Über das Verhältnis von Wahrheit und Dichtung kann man sich bei all dem nicht so ganz sicher sein. Manches mag Nothomb herausgestellt, übertrieben oder fabuliert haben. Aber der Eindruck sowohl des fremden Landes, als auch ihres farbenreichen Innenlebens bleibt stets stark und authentisch.Zwei tolle Bücher!
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Letzte Aktualisierung: 16.10.2026 06:19 Uhr.