Eine Insel, die nur bei Ebbe erreicht werden kann, ein luxuriöser Club, ein elitärer Kreis, zu dem nicht jeder Zugang bekommt und eine Eröffnungsparty, die drei Tage dauern soll. Wer drin ist, hat es geschafft, eingeladen wurden trotzdem nur ausgewählte Personen, diese reichen, schönen und berühmten Menschen bleiben unter sich. Jahrelang hat Eigentümer Ned Groom auf diesen Tag hingearbeitet, hat akribisch alles überwacht und sich über jeden Schritt genauestens berichten lassen. Nur eine Handvoll dieser Gäste hat Ned zu einem Dinner eingeladen, in dessen Verlauf er jede Person an die Seite nimmt, um die Bombe platzen zu lassen; sie finden auf ihrem Zimmer ein Päckchen, das dazu beitragen könnte, ihre Karriere binnen Sekunden zu vernichten. Das Schweigen hat natürlich seinen Preis, aber nicht jeder kann diesen Preis bezahlen.Ellery Lloyd ist das Pseudonym des Ehepaars Collette Lyons und Paul Vlitos und besonders Collette weiß, wovon sie schreibt, immerhin ist sie Journalistin und Herausgeberin, hat für Elle, die Daily Mail und andere Zeitschriften gearbeitet, kennt sich also sicherlich in der Welt der Reichen und Schönen aus. Bereits der Prolog führt dazu, dass ich im Kopf mehrere Szenarien entwerfe, was passiert sein könnte, allerdings verrät der kurze Text nicht einmal ansatzweise, um welche Personen es geht, oder wie es zu dieser Situation kommen konnte. Der darauffolgende Teil eines Artikels in der Vanity Fair führt nicht etwa zur Aufklärung bei, sondern eher dazu, dass mir vor lauter Fragezeichen der Kopf schwirrt. Kleine Häppchen werden mir hingeworfen, Andeutungen, Vermutungen und Fakten geäußert. Wirklich verraten wird zu diesem Zeitpunkt aber natürlich noch nichts.Die folgenden Kapitel schildern die Sichtweisen verschiedener Personen, die mit dem exklusiven Club in Verbindung stehen, Ereignisse werden beleuchtet, die vor kurzem, oder aber vor einigen Jahrzehnten geschehen sind. Auch da erfahre ich erst nach und nach die Wahrheit, wobei gegenwärtige Situationen eingebunden worden sind. Diese Erzählweise hält die Spannung permanent hoch, ich platze vor Neugier und rase durch das Buch, als gäbe es kein Morgen mehr. Teile des Artikels in der Vanity Fair sind strategisch klug eingebaut, passend zur restlichen Geschichte bekomme ich so Einblick in zukünftige Geschehnisse, kann diese mit der restlichen Erzählung verbinden und komme der Lösung näher und näher, was unglaublich aufregend ist. Einige Enthüllungen entsetzen mich, andere sind so schockierend, dass ich es kaum glauben kann. Immer wieder kommen Dinge ans Licht, die rückwirkend einiges erklären, die dazu führen, dass ungeklärte Fragen beantwortet werden und die ein oder andere Beziehung in einem anderen Licht erscheint.Geheimnisse, Intrigen, Lügen, Schmeicheleien und ein feiner Humor machen das Buch zu einem vergnüglichen Leseerlebnis, das ich nicht missen will. Obwohl ich den Schreibstil anfangs etwas sperrig finde und mich sehr konzentrieren muss, überwiegen die positiven Aspekte und der Einfallsreichtum der Autoren. Ich habe gehofft, dass das Ende passt und wurde nicht enttäuscht; stimmig und zufriedenstellend wurde die Story beendet und ich klappte glücklich das Buch zu. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir. Großartig!
Ich habe wirklich gedacht, dass es sich bei “Der Club – Dabei sein ist tödlich” von Ellery Lloyd um einen klassischen Thriller handelt, in dem irgendwer in einem Mord ermittelt. Das kommt davon, wenn man nur einen Teil des Klappentextes liest, weil man glaubt, dass man schon nach ein paar Sätzen weiß, was im Buch vorkommt. Aber: Das hat nicht geschadet, denn das Buch hat mir nach anfänglichen Schwierigkeiten wirklich gut gefallen.Das “Island Home” ist einer von mehreren Member-Clubs, die den Superreichen alles bieten können, was sie begehren und das zu jeder Zeit. Sie sind darauf ausgerichtet all den Superstars den Hintern nachzutragen und ihnen jeden noch so dämlichen Wunsch zu erfüllen. Aber es gibt auch Leute, die mit ihrer Vergangenheit hadern oder einfach unzufrieden sind. Kann ja schon mal passieren, aber dass sie sich dann direkt mit Mord rächen wollen, ist ja eher unüblich. “Der Club – Dabei sein ist tödlich” zeigt, wie die menschliche Psyche bei diversen negativen Erfahrungen reagiert.Erst mal ein paar Worte zum Island Home: Ich kann mir gar nicht vorstellen in all diesem Luxus leben zu wollen. Manches klingt interessant und auch komfortabel, aber wenn ich mir überlege, wie die Angestellten solcher Clubs, die es ja wahrscheinlich in anderer Form tatsächlich irgendwo gibt, behandelt werden, wird mir ganz anders. Kein Wunder, dass so manch einer Mordgelüste bekommt. Die Besonderheit hier ist, dass das Island Home, wie der Name schon verrät, aus einer Insel besteht. Die Club-Mitglieder müssen bei Betreten der Insel ihre Handys abgeben und zahlen selbstredend einen horrenden Preis für die Mitgliedschaft. Es ist aber jetzt auch nicht so, dass jeder dabei sein darf, was natürlich bei den nicht angenommenen Menschen ein gewisses Begehren in Gang setzt.Ab und an fand ich die Story etwas verworren. Sie wird aus der Perspektive unterschiedlicher Personen erzählt, beinhaltet Zeitsprünge und auch einen langen Zeitungsartikel, der immer wieder in das Gewirr eingeflochten wird. Zu Beginn war mir gar nicht klar, worauf das Ganze denn hinauslaufen soll. Nach und nach hat sich alles entwirrt, so dass ich plötzlich genau wusste, wer warum auf wen einen Groll hatte und sich rächen möchte. Wie mir schon prophezeit wurde, hat das Buch erst nach ca. der Hälfte seine volle Wirkung entfaltet und mich neugierig gemacht.Die Sprecherin, Christiane Marx, hat das Buch spannend vorgetragen, obwohl manchmal gar keine wirkliche Spannung vorhanden war. Ihrer Arbeit habe ich es zu verdanken, dass ich dann doch noch drangeblieben bin und es, wie ich oben schon sagte, nicht bereut habe.“Der Club – Dabei sein ist alles” ist meiner Meinung nach ein Buch, auf das man sich einlassen muss und sich bewusst sein muss, dass es am Anfang mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Wenn dir das nichts ausmacht, lies mal die Leseprobe. Ich kann dir aber sagen, dass ich froh bin, das Buch gehört zu haben. Vermutlich wäre ich nicht so lange drangeblieben, wenn ich das Buch gelesen hätte. Aber das musst du wohl dann für dich selber herausfinden.Das Hörbuch wurde mir vom Argon Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür herzlich. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.