Beeindruckende Fotoaufnahmen. Das ist die wesentliche Essenz aus diesem Buch. Die Bildbeschreibungen sind dabei zuweilen lustig, immer auch etwas zum träumen, nachdenken. Eine schöne Fotoreise mit Eindrücken, die als Detail betrachtet, etwas besonderes sind. Seine Einleitung des Buches ist - wie fast immer bei Dieter Nuhr - das FDP-Mantra, Deutschland sei ein Land voller Verbote. Verbote? Ich kenne kaum ein Land mit mehr gesellschaftlichen Freiheiten, als unsere Region. Hier dürfen sogar Schwule und Lesben heiraten, und werden nicht verfolgt wie in seinem Beispiel Marokko, hier ist man auch nicht gleich liiert, nur weil man 3 mal mit irgendwem Essen war, wie in den USA. Man bekommt auch keine Todesspritze als verurteilter Straftäter oder darf sich nicht unter Parklampen küssen. Und wir leisten uns die Freiheit, über nahezu alles Reden zu dürfen, im Gegensatz zu vielen anderen seiner bereisten Ecken und Enden dieser Welt - nur muss man eben die Mehrheiten akzeptieren. Das uns Inder, Marokkaner und Chinesen irgendwann auslachen, weil wir nicht fortschrittlich genug Denken, nun auch das halte ich in diesen Ländern der Kasten und der Frauenverachtung, der Lohnsklavereien, Hinrichtungen, Willkür, Korruption, Machtmissbrauch und Entrechtung von Menschenleben nicht für wirklich sonderlich schlau durchdacht. Aber diese Meinungen sind bei diesem Buch primär unwichtig.Kurzum, von seinen ewigen politischen Duftmarken abgesehen, und seinem Vergessen darüber, wie gut es ihm hier in Deutschland geht (immerhin das Land, in dem all seine gepriesenen Kioskbesitzer entlegenster Orte und geistlichen in kalten Plumpsklo-Behausungen vermutlich recht gern leben würden) ein wirklich schönes und betrachtenswertes Buch. Dieter Nuhr ist ein besserer Fotograf als man denkt. Darin ist er wirklich gut. Sehr gut!